Physiotherapie

Wärmebehandlung (Fango, Moor)

Wärmebehandlungen mit Fango oder Moor sind optimale Behandlungsmethoden, die den Heilungsprozess jeder Therapie zusätzlich unterstützen. Die durch die speziellen Wärmeträger mild und angenehm empfunde Wärme wird auf der betroffenen Körperstelle aufgelegt und bleibt dort für ca. eine halbe Stunde. Während dieser Zeit kommt es zu einer stärkeren Durchblutung. Dieser Effekt fördert den Stoffwechsel sowie die Zellaktivität und stärkt das Immunsystem.

Fango

Fango ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs.

Moor

Moor ist ein natürliches Heilmittel, das dadurch entsteht, dass ein Sauerstoffmangel und Wasserüberschuss pflanzliche Reste vollständig abbaut und somit zu Torf umgewandelt werden. So entstehen wertvolle Vitamine, Spurenelemente und Huminsäuren. Diese entfalten in Form von Moorpackungen oder -bäder ihre wohltuenden Wirkungen am menschlichen Körper.

Anwendung Moor

Im Durchschnitt wird eine Moorpackungen auf über vierzig Grad erwärmt und dann aufgelegt, wobei diese in der Folge die gespeicherte Wärme nach und nach an den Körper abgibt und so für eine schrittweise Erwärmung der verschiedenen Schichten des Gewebes an der betroffenen Stelle sorgt. Dies wirkt vor allem auf die Muskeln ausgesprochen entspannend, zudem wird die Durchblutung gesteigert und auch der Stoffwechsel angeregt, was wiederum zu einer Steigerung der Zellaktivität und einer Stärkung des Immunsystems führt. Die Moorpackung bleibt für längere Zeit, also etwa dreißig Minuten, auf der betroffenen Körperstelle liegen und kann ihre Wirkung so längerfristig und optimal entfalten.

Heilmassage

Massage, als eine der ältesten Therapieformen, ist eine mit den Händen durchgeführte mechanische Beeinflussung der oberen Körperschichten mit Wirkung auf den gesamten Organismus.

Massagen können sowohl eine verspannte als auch eine unterforderte Muskulatur wieder funktionsfähig machen. Sie verbessern den Zustrom frischen Bluts in den behandelten Bereichen und steigern somit die örtliche Durchblutung. Außerdem können Massagen Narben- und Gewebsverklebungen lösen und Schmerzen lindern. Sie haben eine reflektorische Wirkung auf innere Organe.

Die wichtigsten Effekte in der Massage sind:

  • die örtliche Stoffwechel- und Kreislaufwirkung
  • die allgemeine Stoffwechsel,- und Kreislaufwirkung

Man kann also sagen, dass die Massage in jede Funktion des Körpers einzugreifen imstande ist. Der vielleicht bedeutendste Effekt der Massage ist der Einfluss auf die Psyche eines Patienten. Viele Patienten empfinden Massage als angenehm und wohltuend. Regelmäßige Massage kann Angstgefühle abbauen, verspannte oder verkrampfte Muskeln lösen und steife Gelenke wieder beweglicher machen. Darüber hinaus führen Massagen zu mehr Vitalität und Wohlbefinden. Der gesenkte Muskeltonus, die verbesserte Durchblutung und der Abbau von Stresshormonen haben Auswirkungen auf die Wundheilung.

Elektrotherapie

Bei der Elektrotherapie werden niederfrequente Stromformen zur Schmerzlinderung eingesetzt. Hauptsächlicher Anwendungsbereich sind alle akuten und chronischen Schmerzzustände bei chronisch degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates und chronischen Entzündungsprozessen.

Folgende Anwendungsformen können zum Einsatz kommen:

  • Die Galvanisation (Gleichstrom) wird insbesondere bei Radikulär- und Pseudoradikulärsyndromen angewandt.
  • Impulsströme zwischen 2 und 150 Hz und eine Kombination von Impuls- und Gleichstrom kommen bei lokalen, akuten und chronischen Schmerzzuständen zum Einsatz.
  • Interferenzstrom
  • Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) wird hauptsächlich durchgeführt bei Muskel- und Skelettschmerzen, posttraumatischen Schmerzen, Neuralgien, Stumpf- und Phantomschmerzen, Durchblutungsstörungen, Karzinomschmerzen.

Sinnvoll ist eine tägliche Anwendung der niederfrequenten Elektrotherapie. In einigen Fällen, zum Beispiel bei der TENS, kann auch eine mehrfache Anwendung am Tag sinnvoll sein. Diese Entscheidung sollte individuell in Absprache mit Schmerztherapeut, Physiotherapeut und Patient erfolgen.

Ultraschalltherapie

Die Behandlung mit Ultraschall zählt seit vier Jahrzehnten zu den bewährten Therapieformen der Physikalischen Medizin. Ultraschallschwingungen erzeugen im Gewebe Vibrationen (Mikromassage) und Wärme.

Als wichtigste Indikationen gelten:

  • Erkrankungen und Verletzungsfolgen am Bewegungs- und Stützapparat
  • Entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Degenerative Erkrankungen der Gelenke und Wirbelsäule
  • Innere Erkrankungen, wie Bronchialasthma und funktionelle Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Dermatologische Erkrankungen, wie die umschriebene Sklerodermie, Narbenkeloide und das Ulcus cruris varicosum

Grundsätzlich stimmt der lndikationsbereich der Ultraschalltherapie mit dem anderer Anwendungsverfahren in der Physikalischen Therapie (z. B. Reizstromtherapie) überein. Durch Reflexionen und Interferenzen kommt der Ultraschall jedoch an den Grenzflächen der Gewebe verstärkt zur Wirkung.

Die Schmerzdämpfung und die Mehrdurchblutung, die daraus resultieren, eröffnen einen großen Anwendungsbereich.

Dadurch können mit dem Ultraschall häufig auch dann noch therapeutische Erfolge erzielt werden, wenn andere Maßnahmen der Physikalischen Therapie keine befriedigenden Ergebnisse mehr bringen. Dies gilt insbesondere für Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Manuelle Therapie

Die Manuelle Medizin/ Manualtherapie befasst sich mit der Erfassung und Behebung von rückbildungsfähigen Störungen der Funktionen am Bewegungsapparat. Funktionsstörungen können als Blockierung oder als Hypermobilität (Überbeweglichkeit) in Erscheinung treten. Je nach vorliegender Funktionsstörung werden in der Manualtherapie folgende Techniken einzeln oder kombiniert angewendet:

  • Weichteiltechniken: massageähnliche Techniken, die schmerzhafte Muskelverspannungen lösen sollen.
  • Muskeldehnungsbehandlungen – zur Dehnung verkürzter Muskelpartien.
  • Mobilisationen: passives Bewegen von bewegungsgestörten Gelenken in die eingeschränkte Richtung.
  • Sanfte Manipulationen – Behandlungstechniken, die Gelenkblockierungen lösen.

Ziel dieser Massnahmen sind eine Wiederherstellung des normalen Gelenkspiels und eine freie, schmerzlose oder verbesserte Gelenkbeweglichkeit.

FASZIENBEHANDLUNG (FDM n. Typaldos)

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) ist eine neue Methode der Therapie bei Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates.

Erklärung der Fachausdrücke

Fascia = Bündel
Distorsio = Verdrehung/Verrenkung

Fascien sind Bindegewebsstrukturen, die den ganzen Körper durchziehen. Sie sorgen für Halt und Spannung. Fascien können durch Über- und Fehlbelastungen, Traumen und Operationen verdrehen, verkleben oder sich verrenken.

Behandlungsmethode

Eine zentrale Rolle bei der Behandlung spielt die Körpersprache des  Patienten. Jeder Patient drückt seine Schmerzen durch eine gezielte Körpergestik und Sprache aus. Anhand dieser lässt sich das FD-Modell in sechs Distorsionen einteilen und behandeln.

  1. Triggerband: Verdrehung, Aufspaltung oder Kalzifizierung der (bandartigen) Faszienschicht
  2. Kontinuum Distorsion: Verschiebung der Gewebe in der Übergangszone zwischen zwei unterschiedlichen Gewebearten wie bspw. Sehne/Knochen
  3. Hernierter Triggerpunkt:  "Protrusion von Gewebe aus einer tieferen Gewebsschicht durch eine darüberliegende Faszienschicht"
  4. Zylinder Distorsion: Überlappungen der zylindrischen Windungen der oberflächlichen Faszie
  5. Falt Distorsion: Verdrehung der Faltfaszien an Gelenken, intermuskulären Septen und interossären Membranen. Je nach Hergang der Verdrehung wird hierbei in Ein- und Entfaltdistorsionen unterschieden.
  6. Tektonische Fixation: Verlust der Gleitfähigkeit einer Faszienfläche, sowie Quantität und Qualität von Synovialflüssigkeit.

Dorn- Breuss Methode

Die Anwendung durch professionelle Therapeuten, die über ein umfangreiches Wissen der Anatomie und Physiologie sowie der Pathologie von Funktionsstörungen der Wirbelsäule verfügen, geben dieser Methode noch einmal eine neue Qualität.

Die Dorn – Methode

ist eine sanfte Wirbel- und Gelenksbehandlung. Sie kann für Erkrankungen, die direkt oder indirekt mit der Wirbelsäule zusammenhängen, angewandt werden. Als Beispiele seien hier der funktionelle Beckenschiefstand, Ischialgien sowie segmentale Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule genannt.

Auf eine sanfte Art, d.h. über die Ausnutzung der mobilisierenden Wirkung von gezielten Muskelaktivitäten werden Wirbel und Gelenke bei Funktionsstörungen normalisiert. Einfache Selbstübungen nach Dorn sorgen dann für einen dauerhaften Erfolg. Die Dorn-Methode ist frei von ungewollten Nebenwirkungen, ungefährlich und dennoch sehr wirksam. Die Schmerzgrenze wird in der Therapie nicht überschritten und Sie können als Patient dadurch auch in der Eigenbehandlung die Dosierung gut kontrollieren.

Die Breuss-Massage

löst segmentale Funktionstörungen auf körperlicher Ebene, leitet die Regeneration der unterversorgten Bandscheibe ein und wirkt damit regulierend auf die vegetative Funktion der segmentspezifischen Organe.

Durch die hohe mechanische Belastung neigen der Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins (Bandscheibe, Wirbelsäule und Iliosakralgelenke) zu Funktionsstörungen und degenerativen Prozessen. Insbesondere bei diesen Problemen kann die Methode leicht und ungefährlich mit dem Ziel der Durchblutungs-verbesserung von Sehnen, Muskel und Bändern als auch der Verbesserung des Bandscheibenstoffwechsels angewendet werden. Damit wird die eigene Regenerationsfähigkeit des Körpers sinnvoll unterstützt und eine Entlastung im betroffenen Segment erreicht.